Die Brüder Otto und Louis Schürer gründeten im Jahre 1904 die offizielle Firma Schürer. Es begann zunächst mit der Produktion von Stahllaternen, Gießkannen, Kaffee- und Zuckerdosen – alles natürlich Artikel aus Metall!

Der Maschinenpark war jedoch noch lange nicht so bestückt wie heute. Diverse Schnitt- und Prägewerkzeuge wurde durch verschiedene sehr einfache Handtafelscheren ersetzt.

Das Unternehmen blieb allerdings nur 6 Jahre in dieser Konstellation bestehen. Bereits 1910 trennten sich die Brüder und jeder der beiden gründete seine eigene Fabrikation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Otto Schürer errichtete daraufhin auf der Rudolf-Breitscheid-Straße in Beierfeld ein Gebäude, in dem er seine eigene Blech - Klempnerei eröffnete.

[Bis heute ist dieses Gebäude übrigens im Firmensitz der Schürer GmbH und wird vorrangig als Wohngebäude aber neuerdings auch als Archiv des Unternehmens genutzt.] Die Entwicklung dieser Unternehmung wurde allerdings durch den 1914 beginnenden 1. Weltkrieg bis zu dessen Ende im Jahr 1918 unterbrochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Kriegsende nahm Otto Schürer seine Unternehmung wieder auf und sogar eine Weiterentwicklung dieser lies nicht lange auf sich warten. So sorgten insbesondere die Messen in Leipzig durch bedeutende Exportaufträge unter anderem nach England, Amerika, Frankreich, Norwegen und Finnland für ein recht schnelles Weiterkommen des Unternehmens.

Im Zuge der dabei steigenden Nachfrage weitete sich auch die Produktpalette sehr schnell auf mehr als 300 verschiedene Artikel aus. In dieser  Entwicklungsphase wurden dann auch Kohle- und Brotkästen in das Sortiment aufgenommen.

Neben der bloßen Herstellung der Ware wurde zudem ein umfangreicher Großhandel aller Artikel der Haushaltsgeräte - Branche betrieben.

Aber auch dieser Boom wurde durch die Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren erneut unterbrochen.

 

Aufgegeben wurde in diesem Unternehmen jedoch nicht und trotz vieler Schwierigkeiten und Probleme kam es nie zum wirklichen Erliegen der Produktion. Nach erneuter Wiederaufnahme des Geschäfts konnte dann ab Mitte der 1930er Jahre, zwar nur sehr langsam und mühselig, dank zahlreicher fleißiger Helfer sogar ein Aufwärtstrend verzeichnet werden.

In Anbetracht der zu dieser Zeit geringen Kaufkraft lautete die damalige Devise: Hohe Qualität zu niedrigen Preisen! Mit diesem Konzept arbeitete sich Otto Schürer bis zu Beginn des 2. Weltkriegs erfolgreich voran.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Krieg sorgte jedoch nicht nur für eine Produktionsunterbrechung, sondern zu einem absoluten wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die gesamte eisenverarbeitende Industrie im Einzugsgebiet der heutigen Schürer GmbH wurde von sämtlichen Rohstoffquellen abgeschnitten.

 

Aber wie hätte es auch anders sein können – die Fabrikation wurde dennoch wieder aufgenommen und aufgrund der schlechten Versorgung zu Kriegszeit, wurde sehr schnell ein recht zufriedenstellender Absatz der Erzeugnisse erzielt.

 

Die Probleme ließen jedoch auch nach der Trennung Deutschlands nicht nach – eher im Gegenteil! Die Sorge um die Materialbeschaffung sowie die Erhaltung der Arbeitsplätze stieg bei allen Beteiligten. In dieser sehr schweren Zeit verstarb schließlich noch der Gründer und exzellente Fachmann der Firma – Otto Schürer.

 

Sein Sohn Horst Schürer übernahm im Jahr 1948 schließlich die Leitung dieses Betriebes. Trotz großer Probleme der Nachkriegszeit ist die Entwicklung in der Produktion dennoch nicht mehr aufzuhalten. Der dabei immer nötiger werdende Anbau des Betriebsgebäudes wurde allerdings von den Behörden abgelehnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem wurde im Sommer 1962, zur Zeit der Planwirtschaft, der VEB Schwerter Emaille Lauter der zugewiesene staatliche Partner der Firma Schürer.

Im Jahre 1971 starb Horst Schürer und die betriebliche Leitung dieses Unternehmens übernahm seine Tochter Margot Schürer. Bereits 1 Jahr später erfolgte die Umwandlung dieses Unternehmens zu einem volkseigenen Betrieb, dem VEB Blechwaren Beierfeld, unter der Leitung der SED, welches bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990 so bestehen blieb.

 

In diesem Jahr der Wende wurde dann die eigentliche Entwicklung der Firma Schürer mit 8 Beschäftigten sowie neuer Rechtsform fortgesetzt. Geschäftsleiter wurde zunächst Hermann Dedores (Gründer der heutigen

H. Dedores & Co. GmbH – Metall- und Lackierwarenfabrik in Schwarzenberg). Dieser sorgte für neue Produktionsmöglichkeiten etwa in Form von diversen Stanzartikeln wie Briefkästen sowie Metalleinsätzen zum Beispiel für Mülleimer.

Der Umsatz stieg und neue Arbeitskräfte konnten fest eingestellt werden.

 

Im Jahre 1993 übernahm schließlich Frieder Schürer, ein Enkel des eigentlichen Gründers sowie der Vater des heutigen Geschäftsführers, die Leitung. Auch er sorgte wieder für neue, zusätzliche Ideen in Sachen Produkte und Technik und schon schnell wurde dank des dabei immer weiter steigenden Auftragsvolumens der Bau einer größeren Produktionshalle unumgänglich. Diese wurde dann im Gewerbegebiet „Am Bockwald“, dem heutigen Standort der Schürer GmbH errichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahre 2000 übernahm nun sein Sohn, Thomas Schürer, die Geschäftsführung. Bis heute führt er das Unternehmen in dieser Position erfolgreich weiter.

Im Jahr 2010 übernahm er letztlich noch das benachbarte Firmengebäude „Am Sportplatz 1“ und der Platz reichte nun auch aus, um die Oberflächenbearbeitung in Form von Gleitschleifen, Sandstrahlen und Kugeldruckpolieren um ein Vielfaches zu erweitern. Auch heute ist sowohl im Produktsortiment als auch im gesamten Firmengelände- sowie zugehörigen Gebäuden der Schürer GmbH an einen Entwicklungsstillstand noch lange nicht zu denken. Dieser Trend wird wohl auch zukünftig mit großer Wahrscheinlichkeit so weiter gehen...

 

 

Thomas Schürer (l.) & Frieder Schürer

Wappen (l) und Blick auf Beierfeld (r)

Otto Schürer

Erste Werkstatt

Horst Schürer

 

Otto Schürer (l)

Erste Produktionshalle,

heute: Wohnhaus auf der

Rudolf-Breitscheidt-Str.  (r)